Demenz vorbeugen – Stark besuchte Europ’age-Veranstaltung

Demenz vorbeugen – Stark besuchte Europ’age-Veranstaltung mit Experte Prof. Tobias Hartmann
Prof. Tobias HartmannSaarbrĂĽcken – In Deutschland leben bereits fast 1,8 Millionen Frauen und Männer mit Demenz, darunter alleine 22 100 Erkrankte im Saarland – Tendenz weiter steigend. Was also tun, um einer Alzheimer-Erkrankung als Vorstufe und einer später nicht mehr heilbaren Demenz vorzubeugen? DarĂĽber berichtete jetzt der wissenschaftliche Direktor des Deutschen Instituts fĂĽr Demenzprävention der Universität des Saarlandes, Prof. Tobias Hartmann, auf einer stark besuchten Veranstaltung der Seniorenvereinigung Europ’age Saar-Lor-Lux e.V. Rund hundert Besucher waren dazu ins nahezu vollbesetzte VHS-Zentrum in SaarbrĂĽcken gekommen.

Das Fazit des Expertenvortrags mit anschlieĂźenden Fragen: Dementielle Erkrankungen lassen sich heute erheblich verlangsamen, vorausgesetzt sie werden frĂĽhzeitig – am besten mit Hilfe ärztlicher Tests – erkannt. Beachtet werden muss dabei laut Prof. Hartmann vorbeugend schon vor dem Rentenalter die Ausschaltung möglichst aller Risikofaktoren, wie zu wenig Bewegung, Rauchen, zu wenig soziale Kontakte, zu fettreiche Nahrung, zu viel Alkohol, Ăśbergewicht, Bluthochdruck, Diabetes, Depression oder auch Schwerhörigkeit.  Ist ein solcher Risikofaktor weiter vorhanden, ist das noch recht gut verkraftbar, aber schon bei zwei oder drei Risikofaktoren gleichzeitig vervielfachen sich die Gefahren. Empfehlenswert beispielsweise bei der Ernährung: Ein- bis zweimal Seefisch pro Woche und vitaminhaltige Kost oder entsprechende Ergänzungspräparate. Angebliche Wunderpillen und Heilsversprechen helfen dagegen nicht.

Kurzum: Selbstverantwortung ist mehr denn je gefragt. „Jedes bisschen mehr Prävention nutzt bereits ein bisschen“, betont Prof. Hartmann. Handeln sollten Patienten oder ihre Angehörigen sobald die ersten kognitiven Symptome bei jemand auftreten. Also: Starker Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Verrichten bisher gewohnter Alltagsaufgaben oder gar Verwirrung bei Zeit und Ort. Aber auch dann, so der Experte, sollte man sich „nicht verrĂĽckt machen lassen“, sondern auf eine ärztliche Diagnose drängen, ob eine neurodegerenative Erkrankung vorliegt. Je nach diesem Ergebnis sollte eine adäquate medizinische Intervention erfolgen und kein Vertrösten auf später. Aber nochmals der Rat des Experten: „Eigenverantwortung ĂĽbernehmen – So lange Sie können“.

Udo Lorenz

@Fotos UdoLorenz