Ageism: Vorurteile gegen die Alten- Was dagegen tun ?

Forum in Metz mit ersten Ergebnissen Une centaine de seniors au RĂ©collet Metz @C.Lhermitte

Die vom Seniorenrat der GroĂźregion organisierte Veranstaltung “ Ageism: Vorurteile gegen die Ă„lteren- Was dagegen tun ?“ an der EUROP’age maĂźgeblich mitgearbeitet hat, versammelte zuletzt mehr als hundert Personen im Kloster Recollet in Metz.

Dazu: AGEISM-WAS-DAGEGEN-TUN

FĂĽr Gastrednerin Moira Allan, Vorstandsmitglied des Vereins Old-Up, Paris, Delegierte bei Age Platform Europe und den Vereinten Nationen, sind die Herausforderungen, vor denen die Welt heute steht, enorm: globale Erwärmung, Digitalisierung, demografischer Wandel. Bis 2050 werden mehr als 21 % der Weltbevölkerung älter als 60 Jahre sein. Allan ist ĂĽberzeugt, wir mĂĽssen die Ă„rmel hochkrempeln und „der Verlängerung des Lebens einen Sinn und Nutzen verleihen“.

Wir befinden uns in einer Situation, die es bislang noch nie gegeben hat. Wir haben keine gesellschaftlichen Modelle, an denen wir uns orientieren könnten. Es ist, als hätten wir ein leeres Blatt Papier, auf dem jeder Mensch, unabhängig von seinem Alter (60, 75, 85, 90 Jahre) aufgefordert ist, seinen Lebensentwurf zu zeichnen, seine Zukunft zu entwerfen.

Moira Allan fragt im Publikum, das meist aus Senioren besteht ,nach „Hat das Leben ein Alter?“ und empört sich ĂĽber die Absurdität, alle 60+ in einen Topf zu werfen. Das sei so, sagt sie, als wĂĽrde man dreijährige Kinder mit 21-Jährigen gleichsetzen. Das macht ĂĽberhaupt keinen Sinn! Zur Veranschaulichung von Ageism erinnert Allan an die GrundzĂĽge des Weltberichts ĂĽber Ageism, der 2021 von der Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht wurde.

Ageism ist allgegenwärtig und betrifft Menschen aller Altersgruppen. Das Phänomen ist heimtückisch, denn es kann sich auf Gedanken beziehen, um Stereotypen zu erzeugen. Oder er hat seinen Ursprung in Gefühlen, um Vorurteile zu nähren. Immer aber führt es zu altersbedingtem diskriminierendem Verhalten gegenüber anderen und uns selbst. Während es durchaus möglich ist, an Hand von Gesetzen und Vorschriften wirksame Strategien zur Vorbeugung und Bekämpfung von Altersdiskriminierung in der Gesellschaft zu entwickeln, ist es sehr schwierig, den Kampf gegen die Korsetts zu führen, in denen sich die Menschen selbst einschließen, gegen die Blockaden und Barrieren, die sich viele Ältere durch Selbstzensur auferlegen. Sensibilisierung ist unbedingt wichtig. Generationsübergreifende Zusammenarbeit an Projekte hat sich als besonders wirksam gegenüber älteren Menschen erwiesen und ist vielversprechend für den Abbau von Diskriminierung gegenüber jungen Menschen.

EUROP’age konnte sich nur wenige Tage später von der positiven Wirkung der intergenerationellen Zusammenarbeit ĂĽberzeugen, als französische Gymnasiasten und EUROP’age-Senioren gemeinsam das K8-Institutsprojekt „Micro-Folie“ Begegnungen/Rencontres mit einer harmonischen Performance auf dem SaarbrĂĽcker Stadtplatz realisiert hatten.

Die Bürger der von der WHO als „Seniorenfreundliche Stadt“ ausgezeichneten Stadt Metz, sind eingeladen, den Austausch mit dem Seniorenrat der Stadt Metz und dem Seniorenrat der Großregion am 12. Juni in der Präfektur von Metz fortzusetzen.

Die Debatten werden auch in den anderen Teilen der Grossregion geführt, so in der Wallonie,  im Saarland, in Rheinland-Pfalz oder in Luxemburg. Ziel dieser Arbeitsgruppen ist es, konkrete Vorschläge zur wirksamen Bekämpfung jeglicher Form von Altersdiskriminierung zu erarbeiten. Diese sollen später den Ansprechpartnern auf europäischer Ebene vorgelegt werden. Also auch den Abgeordneten, die nach den Europa-Wahlen im Juni im Europäischen Parlament einziehen.

Esther Ribic